„Mein“ Wald, ich habe keinen Schutz für dich, du verschwindest vor meinen Augen.
Schwarze Schornsteine, ohne Laubwolken, ein Friedwald der anderen Art …
Endlich verstehe ich – die Sonne brennt auf uns beide, ich fliehe. Ich will es nicht sehen, umgehe, vermeide, verschließe meine Augen, um dann doch zurückzukehren, zu dir.
Nur eine kurze Zeit, vom Vorfrühling zum Spätfrühling – deine Stämme behaust von quirligem Leben, deine Rinden überzogen von saftgrünem Geflecht versponnener Moose. Und zwischen den schwarzen Vertikalen der Boden übersät von gelbhellgrünen Wirbeln, gezackten Trieben, die ihre Finger dem Licht entgegen strecken.
Unter eurer Schattenkühle werde ich nicht mehr Schutz finden. Ihr habt es geschafft, wie lange, bis andere kommen und wieder stören, was keinem gehört?
Habt ihr die Zeit, die ich nicht habe – Eichenjahrhunderte? Zu spät für mich, Hoffnung für dich,“mein“ Wald?
August 2021